Urlaub in Rom

Hier finden Sie Ferienhäuser & Ferienwohnungen in Rom für Ihren nächsten Urlaub. Rom lohnt sich auch für einen Kurztrip mit der ganzen Familie.

Villa Verde in Rom

Villa Verde in Rom

Bed & Breakfast

Alle Wege führen ja bekanntlich nach Rom. Aber einer der schönsten Wege, die nach Rom führen, geht über die Aurelia Antica, die fast zweitausend Jahre alte Prachtstraße, auf der nicht nur die diversen siegreichen Kaiser des Namens Aurelius marschiert waren, sondern auch die fürchterlichen und gnadenlosen Rächer, genannt Barbaren, Goten und Vandalen, deren Ziel es war, Rom einzunehmen und zu vernichten.

Egal ob man nun ähnlich Schlimmes in Rom vorhat oder lediglich einen Familienurlaub oder einen Singletrip plant, die Via Aurelia ist eine ganz besondere Möglichkeit, sich Rom zu nähern. Von Civitavecchia aus der Toscana herkommend passiert man unter schattigen Platanen die uralten Mauern, die immer noch die römischen Aquädukte erahnen lassen, die in der Blütezeit Roms die antike Millionenstadt mit Wasser versorgten. Später waren die Bögen zugemauert und in den kleinen darunter entstehenden Mauern lebten die luciole, die Damen, die mit ihren Liebesdiensten die Ankommenden begrüßten. Noch heute ist die Via Aurelia von ihnen bevölkert, allerdings weiter von Rom entfernt.

Man bremst vor einem Triumphbogen leicht ab, weil das alte Bauwerk nicht auf zweispurigen Verkehr ausgerichtet ist, umrundet die kleine Insel des Garibaldi-Museums, passiert einen verführerischen Blumenstand, biegt scharf nach links ab, und dann, nach zwei Kurven und eröffnet sich auf dem Giannicolo-Hügel der schönste Blick über Rom. Hinter sich im Rücken die Fontana di Paola, die einem halbrunden Schwimmbad gleicht. Bei heißem Wetter möchte man sofort hineinspringen in das kühle Nass, aber diesen Wunsch sollte man tunlichst unterdrücken, weil das Baden in römischen Brunnen ein sehr teurer Spaß werden könnte.

Man sollte sich lieber dem grandiosen Blick über Rom widmen, Roma auf Italienisch, man kann es auch rückwärts lesen. Ja, genau. Rückwärts gelesen heißt es Amor, der Gott der Liebe und wenn man noch ein e anhängt, amore, ist es die Liebe selbst. Und von hier oben kann man sich tatsächlich in diese Stadt verlieben, in ihre warmen Braun- und Ockertöne. Kirchenkuppeln, wohin sich das Auge auch wendet. Heraus sticht nur das protzige Vittorio-Emanuele-Denkmal mit seiner Quadriga auf dem Dach, von den Römern spöttisch „Schreibmaschine“ genannt, weil sie äußerlich an ein solches Ungetüm der 40er-Jahre erinnert. An ihrem Anblick kann man sich später in der Stadt immer wieder orientieren.  Wenn man Glück hat und klares Wetter, dann krönt die apeninischen Bergkulisse im Hintergrund das Gesamtbild.

Man sollte das Auto auf der Serpentin, die vom Giannicolo herunter nach Trastevere führt, stehen lassen – weiß eingezeichnete Parkplätze sind kostenlos, für blau eingezeichnete sollte man unbedingt an der Parkuhr ein Ticket lösen.  

Jetzt aber los. Oder vielleicht doch erst noch einen stärkenden Kaffee oder Capuccino in der hübschen kleinen Bar „Il Baretto“ einnehmen?  Hier sind die Preise auch dann moderat, wenn man in dem kleinen Innenhof  oder draußen vor der Bar Platz nimmt. Am Piazza di Popolo, Navona oder im berühmten Café Greco können sich die Preise, wenn man sich bequem hinsetzt und bedient wird, im Vergleich zu den Preisen, wenn man wie ein römischer Malocher bescheiden an der Theke stehen bleibt, sich verdrei- oder vervierfachen.

Ist es für eine Pause noch zu früh? Dann weiter nach Trastevere. Tevere ist der italienische Name für den Tiber, den Fluss, der sich durch Rom schlängelt. Trastevere heißt „jenseits des Tibers“, ein quirliger Stadtteil, früher Arbeiter-, dann Künstler- und Studentenviertel, heute fest in der Hand von Touristen und Römern, die sich in den Trattorien einen vergnüglichen Abend gönnen wollen. Hier findet man eine der ältesten Kirchen Roms, Santa Maria in Trastevere mit den Goldmosaiken und so dicken Granitsäulen, dass zwei zehnjährige Kinder sie nicht umfassen können. Wenn man die breite Viale di Trastevere überquert, kann man in der Kirche San Francesco di Ripa eine der in Mamor gemeißelten ekstatisch mit ausgebreiteten scheinbar laut stöhnenden Damen von Gian Lorenzo Bernini betrachten und sich überlegen, ob sich bei ihnen eine erotische Ekstase von Gott geweihter Ekstase unterscheidet.

Manche nennen Bernini den „Schöpfer des barocken Roms“, und tatsächlich ist es in Rom unmöglich, Bernini nicht alle Naselang zu begegnen. Wenn man schon dort ist, kann man sich fast nebenan in der Santa Cecilia ein bisschen gruseln gehen. In Rom begegnet einem nicht nur die von Menschen geschaffene Schönheit, sondern auch die von Menschen geschaffene Grausamkeit: In der Santa Cecilia ist die namensgleiche Heilige mit durchschnittener Kehle in unschuldigem weißem Marmor verewigt.

Aber eigentlich sollte man sich am ersten Tag nur durch die Gassen treiben lassen und nur die alten Eingänge bestaunen, die Dachterrassen bewundern, den Straßenmusikern zuhören und hin und wieder ein Eis oder je nach Jahreszeit einen kühlen Prosecco oder einen heißen Kaffee zu sich nehmen. Man wird vielleicht zufällig auf die Piazza Navona stoßen, den länglichen Platz in Form eines römischen Sportstadions mit der geraden Start-und-Ziel-Seite und der charakteristischen Kopfrundung. Berninis (natürlich!!) „Vierströmebrunnen“ in der Mitte, in dem ein Mann sitzt, der ängstlich auf den Glockenturm der von Berninis Konkurrent Boromini gebauten Kirche deutet, von der er gestisch annimmt, dass sie jede Sekunde zusammenbricht. Aber das macht sie aber seit 400 Jahren nicht. Oder wird vom Strudel der Touristen bis zum spektakulären Trevibrunnen mitgerissen, wo das Wasser aus einer Hauswand bricht und Mensch und Tier unter sich zu begraben scheint oder zur Spanische Treppe, an der Polizisten patrouillieren, damit sich niemand zum Sitzen niederlässt. Über die auf der Treppe sitzenden Menschen könnten andere Touristen stolpern und die Spanische Treppe mit Blut beflecken. Man könnte auch bis zum Kolosseum oder Petersdom wandern und sich vor den riesigen Schlangen der Wartenden erschrecken. Ja – das ist leider so. Die vielleicht zehn römischen Touristenmagneten sind das ganze Jahr umlagert. Und wahrscheinlich muss man erst einmal im Kolosseum, in den Vatikanischen Museen oder am Pantheon gewesen sein, wenn man Rom besucht. Möglicherweise schämt man sich, wenn man kein Selfie von sich vor den Mauerresten im Forum Romanum oder der Mittwochsaudienz des Papstes nach Hause posten kann.  

Aber die wirkliche Seele von Rom wird in den Menschenmassen kaum noch erkennbar. Dabei kann man sie jederzeit entdecken. Schon drei Gassen abseits der Touristen-Magneten kann man sich mit anderen atemberaubenden Schätzen in aller Ruhe auseinandersetzen. Im Palazzo Barberini darf man sich auf die dafür extra hingestellten Bänke ausstrecken und das unglaubliche Deckengemälde von Pietro di Cortone betrachten, das als Meisterwerk der Freskenkunst meist direkt nach Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle genannt wird. Und das, so lange man will, während man in der Sixtinischen Kapelle dicht an dicht an die anderen Besucher gedrängt und von einer mechanischen Lautsprecherstimme ständig zur Ruhe ermahnt wird und von den meisten der zugegeben grandiosen Fresken so weit weg steht, dass man ohne Opernglas nur eine bunte Masse sieht.  

Welche Ruhe dagegen in der kleinen Galerie im Palazzo Spada nur wenige Schritte entfernt vom Campo die Fiori mit Bildern der berühmtesten Malerin des 17. Jahrhunderts Artemisia Gentileschi und der „Prospettiva“, wo mit einem perspektivischem Trick Borromini, der barocke Architekt und Gegenspieler Berninis, aus den vorhanden 8 Metern Platz gefühlte 30 Meter gezaubert hat. Denn schon damals wollte man mehr scheinen als sein.

Michelangelos Moses in der Kirche St. Pietro in Vincoli ist nicht weit weg Der Moses war die erste Skulptur für ein gigantisches Grabmal für den mächtigen Papst Julius II. Das Grabmal war in Auftrag gegeben, Michelangelo hatte den Marmor aus Carrara ankarren lassen, aber der hohe Herr hielt sein Versprechen nicht. Stattdessen verdonnerte er Michelangelo, der Bildhauer und kein Freskenmaler sein wollte, die Decke der Sixtinischen Kapelle zu bearbeiten.

Schon etwas abseits, aber sowohl mit der S- als auch mit der U-Bahn zu erreichen, ist das Museum Montemartini. Von der in diesem Gebäude untergebrachten Elektrozentrale wurde die Stadt Rom bis in die 60er Jahre mit Strom versorgt. Jetzt bilden die alten Maschinen einen reizvollen Gegensatz mit Monomentalskulpturen aus dem ersten Jahrhunderten nach Christus. Auch der angrenzende Bezirk Testaccio mit dem alternativen Museum Macro auf dem alten Schlachthof ist besonders abends wegen seiner guten und im Preis annehmbaren Restaurants einen Besuch wert.

Ok. Ich sehe es ein. Wir sind ins Touristen-Abseits geraten, zu den Geheimtipps. Aber hier, an diesen stillen Orten meist nur wenige Gassen entfernt von den Highlights findet man die Seele Roms.

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